Kreisparteitag stellte die Weichen für die Arbeit der nächsten zwei Jahre

GROSSRETTBACH. Im Bürgerhaus von Großrettbach fand am 24. September satzungsgemäß der Kreisparteitag der AfD Ilmkreis-Gotha statt. Im Mittelpunkt standen dabei die Wahl eines neuen Vorstandes, zwei Kassenprüfern sowie die Eckpunkte der Arbeit für die nächsten zwei Jahre. Zunächst aber wurde das normale organisatorische Prozedere abgearbeitet. Stefan Möller, 2. Landessprecher der AfD Thüringen, betonte, daß der Landesverband das Wirken der Mitglieder, Förderer sowie zahlreicher Interessenten des Kreisverbandes beispielgebend für Thüringen sei. Wasmut W. Reyer aus Bad Hersfeld übermittelte die herzlichen Grüße des AfD Kreisverbandes Hersfeld Rotenburg und wies auf die Bedeutung einer möglichen Zusammenarbeit zwischen beiden Kreisverbänden hin. „Die Mitte kann weit nach Deutschland hinausstrahlen. Von daher freue ich mich über diese neuen Kontakte und wünsche dem Kreisparteitag einen guten Verlauf“, so Wasmut Reyer, der Jahre seines Berufslebens als Mediator für die ARD und das ZDF arbeitete.

In seiner Begrüßungsrede bedankte sich Rüdiger Schmitt, 1. Sprecher, für die aktive Arbeit des Kreisverbandes. Unter anderem führte er aus: „Die heutige Wahl hat eine ganz besondere Bedeutung. Zum ersten, da der neue Vorstand unseren AfD-Kreisverband über den Bundestagswahlkampf im Herbst 2017 hinaus leiten und führen muß. Zum zweiten ist diese Neuwahl wichtig, da ich als 1. Sprecher aus gesundheitlichen Gründen sozusagen in die 2. Reihe treten werde. Der neu zu wählende 1. Sprecher mit dem neuen Vorstand stehen seit Bestehen der AfD vor einer echt großen Herausforderung. Die Bundestagswahl 2017 wird kein Spaziergang. Die politischen Gegner werden nichts unversucht lassen, um unsere AfD, ihre Funktionäre und Mitglieder, ja selbst Förderer und Interessenten aufs Schlimmste zu diffamieren und in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Trotzdem muß es uns in unseren Kreisen Ilmkreis und Gotha gelingen, die Ergebnisse der Landtagswahl zu verdoppeln. Ich rede hier von 30 Prozent plus x. Dafür müssen wir alles geben. Es muß und wird uns gelingen, in den Deutschen Bundestag mit einer deutlichen Anzahl von Abgeordneten einzuziehen, an eine Mehrheit wage ich erst gar nicht zu denken. Wir haben zudem einen Ruf zu verteidigen. Nämlich jenen, daß wir zu allen Wahlen eine deutliche Steigerung an Wahlstimmen hatten und zur Landtagswahl 2014 mit 15,1 Prozent sogar bester Wahlkreis in Thüringen wurden. Dem werden wir gerecht werden. Von daher war die Gründung des Regionalverbandes Gotha in diesem Jahr ein überaus wichtiger Schritt. Der Ilmkreis muß durch den Vorstand des Kreisverbandes beackert werden, der Kreis Gotha durch den Regionalverband. In diesen Zusammenhang möchte ich den Gastgebern danken, die uns die Möglichkeit geben, in ihren Räumlichkeiten unseren KPT abzuhalten. Dies ist in der heutigen Zeit mit den Angriffen auf die AfD keine Selbstverständlichkeit. Danken möchte ich auch den Organisatoren, die eine entsprechende Räumlichkeit gefunden haben.“

Im Rechenschaftsbericht wurde vor allem der Verlauf des zurückliegenden Jahres dargestellt. Als sehr positiv wurde die Mitgliedergewinnung benannt. Inzwischen gehören den Kreisverband 132 Mitglieder an, wie Dr. Jens Dietrich darstellte, doch angesichts der Bevölkerungszahlen und der Wählerstimmen im Wahlkreis 192 ist diese Zahl dennoch überschaubar. Die Gewinnung von Mitgliedern wird also weiter auf der Agenda stehen. Ebenfalls wird der Aufbau von Ortsverbänden in den Kreisen Gotha und Ilmkreis folgen. Ziel ist es in allen größeren Ortschaften, Ansprechpartner für den Kreis- bzw. Regionalverband und natürlich für die dortigen Bürger aufzubauen. Ein gutes Beispiel entstand in Friedrichroda, wo erst vor kurzem ein Ortsverband mit 12 Mitgliedern ins Leben gerufen wurde. Bei den Bürgergespräche in den Ortschaften sind durchaus gute Ergebnisse zu verzeichnen. In Arnstadt, aber auch in Ilmenau und in Gotha. Allerdings gibt es auch in dieser Beziehung noch viel zu tun.

Eine ständige Aufgabe bleibt auch Spendenwerbung. Schatzmeister Olaf Kießling machte in seinem Rechenschaftsbericht deutlich, daß der Kreisverband finanziell keine Bäume in den Himmel wachsen lassen kann, aber mit allen Ausgaben sehr verantwortungsvoll umgegangen wurde. Das wird auch so bleiben, sagte Olaf Kießling unter dem Beifall der Mitglieder.
Das bisherige Jahr 2016 war natürlich auch geprägt von den großen Demonstrationen in Erfurt. Auch diese Demos wurden von Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern aus dem Kreisverband tatkräftig unterstützt. 2016 war auch das Jahr, in dem in Stuttgart das Parteiprogramm beschlossen wurde. An diesem Programm wirkten Mitglieder des Kreisverbandes in den Landesfachausschüssen mit und leisteten eine gute Arbeit.

Unvergessen bleibt der 10. Mai 2016, an dem die Gothaer einen Bürgerabend mit Björn Höcke und Stefan Möller in Ohrdruf auf dem Kupferschloß organisierten. Super organisiert von den Gothaern. Erinnert wurde daran, daß der Kreisverband Interesse bei Filmemachern auf sich zog und es dadurch sogar in einige Dokumentationen und in die „heute-show des ZDF“ schaffte. Daß die Schaufensterscheibe des Büros des Landtagsabgeordneten Olaf Kießling in der Rosenstraße im Mai eingeschlagen wurde, wird besonders als Zeichen einer bleibenden Wachsamkeit gewertet.

In den Diskussionen und Aussprachen wurde immer wieder deutlich, daß die Bundestagswahl 2017 absolute Priorität besitzt. Darüber hinaus stehen aber im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen weitere Landtagswahlen an. Der Kreisverband geht davon aus, daß die AfD auch in die dortigen Landtage einziehen wird, wies aber darauf hin, daß die AfD längst noch kein „Selbstläufer“ geworden ist. Der Kreisverband avisiert zur Bundestagswahl 30 Prozent plus X. Aufgaben mit großen Herausforderungen, denen sich der neue Vorstand und alle Mitglieder stellen müssen und werden.

Von daher gab es zu den Wahlen des neuen Vorstandes als auch zu einigen Vorhaben durchaus kontroverse Gespräche. Doch letztlich entscheiden die anwesenden 51 stimmberechtigten Mitglieder, wem sie vertrauen und zutrauen, diese Herausforderungen zu meistern.

So wurde letztlich nach allen notwendigen Abläufen der neue Vorstand gewählt:

1. Sprecher
Sebastian Thieler

Stellvertreter
Angelika Gebhardt
Rüdiger Schmitt

Schatzmeister
Olaf Kießling

Stellvertretende Schatzmeisterin
Sabine Grothe

Beisitzer
Marcus Bühl
Carsten Günther
Hans-Joachim König
Christian Seyffarth

Kassenprüfer
Dr. Jens Dietrich
Matthias Glock

Aus dem Kreisvorstand schieden aus: Dr. Jens Dietrich, der dafür mehr Zeit für die Arbeit im Landesverband finden wird, sowie Hendrik Urban und Steffi Brönner. Ihnen allen wurde Dank und Anerkennung für ihre bisherige Arbeit ausgeprochen. Mit dem Absingen der Nationalhymne endete am späten Nachmittag der Kreisparteitag der AfD Ilmkreis-Gotha. Dank gebührt auch dem Team der Eisdiele Tüttleben für die ausgezeichnete Versorgung aller Teilnehmer sowie den Organisatoren und Helfern, welche diesen wichtigen Parteitag ausrichteten.

Achim König